Die Geschichte des Burgschlosses TRAKOŠĆAN

Die Geschichte des Burgschlosses TRAKOŠĆAN
(„Draco stajn“ = Drachenstein)
Langzeit-Residenz des geadelten Militär‑Geschlechts Drašković

Es ist nicht bekannt, wer TRAKOŠĆAN erbaute. Entstanden ist es wahrscheinlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts als kleinere Festung im Verbund des damaligen nord-westlichen Abwehrwalls Kroatiens. Der Name taucht das erste Mal 1334 im Gemeindeverzeichnis (ecclesia de Tracustian) auf, während die mittelalterliche (Burg-)Stadt TRAKOŠĆAN im Jahr 1399 Erwähnung findet – als König Sigismund sie zusammen mit anderen Städten des Zagorje seinem Schwager Graf Herman Celjski schenkt.

Das gegenwärtige Erscheinungsbild des Burgschlosses entstand Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals hatte Untermarschall Graf Juraj VI. Drašković die heruntergekommene mittelalterliche Burgstadt erneuert und in ein komfortables und üppig dekoriertes Schloß umgewandelt. Das Schloß erscheint im neogotischen Stil, wobei zeitgleich zum Schloßumbau Arbeiten an der Einzäunung des Wiesengrundes und am Anlegen des künstlichen Sees sowie das Herrichten der umliegenden romantischen Parkanlage stattfanden.

 

 

 

 

 

 

 

Parklandschaft Trakošćan

Indizien deuten darauf hin, daß Juraj VI. Drašković bei der Rekonstruktion des Schlosses schon einen elaborierten Plan zu dessen touristischer Nutzung hatte, der ebenso die Umgestaltung des gesamten Umfeldes umfaßte. Daher ist auch die angrenzende Parkanlage während oder direkt nach dem Umbau und der neogotischen Ausrichtung des Schlosses Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Dies bestätigt der Parkentwurf aus dem Jahre 1858, der vom Projektverantwortlichen Franz Risig unterschrieben wurde.
Die Parkanlage Trakošćan ist ein charakteristisches Beispiel eines romantischen Parkes Mitte des 19. Jahrhunderts, der bis zum heutigen Tage in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten geblieben ist. Der Park hat sich zum Teil aus dem heimischen Wald aus Trauben- bzw. Wintereichen und Hainbuchen herausentwickelt, in dem bis heute einzelne Exemplare an Eichen erhalten geblieben sind. In ihm sind verschiedene exotische Baumarten angepflanzt, die durch den Jahreszeitenwechsel die Kolorierung des Parkes verändern. Eine besondere und wiedererkennbare Note erhält er durch den großen, künstlich angelegten See (ca. 2 km lang), dessen Fläche ungefähr 23 ha beträgt.

Die Begehung des Burgschlosses ist durchgehend möglich, nachdem es 1944 in staatlichen Besitz überging und ab 1954 als Museum der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Nähere Informationen (Übersicht zu den Ausstellungen, Virtuelle Rundgänge etc.) sind abrufbar unter http://www.trakoscan.hr/index-de.html.

Fazit: Ein sehenswertes mittelalterliches Bauwerk mit hochinteressanten, reichbestückten Sammlungen an Waffen, Gemälden, Möbelstücken, Musikinstrumenten und Büchern, in dem sogar Klassik-Konzerte und Kunstausstellungen stattfinden.

Text & Fotos: Klaudija Vukadin, Dipl.-Betriebswirtin (FH) / Schwerpunkt Tourismus.
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