Traditioneller Marathon der Cetina-Boote im August 2019

22. Marathon der Cetina-Boote (= autochthone Holzboote des Neretva-Tals) erfolgreich über die Bühne gegangen. Auf dem Siegertreppchen stehen in 2019 „Gusari Komin“ (1.), „Stablina“ (2.) sowie „Crni Put“ (3.).

Der 22. Marathon der sog. Cetina-Boote aus dem Neretva Tal ist zuende gegangen. Die „Gusari Komin“ (Komin-Piraten) sind als erste ins Ziel eingefahren, danach das Team „Stablina“, während die Crew von „Crni Put“ das Rennen als drittes beendete.
Die Route verläuft von Metković über Opuzen bis ans Zentrum von Ploče und wird innerhalb von ca. zwei Stunden absolviert.

Im diesjährigen Spektakel, das unlängst über die Grenzen der Neretva-Region hinaus geht, nahmen 28 Mannschaften teil, wobei tausende Meschen aus ganz Kroatien dem Ereignis beiwohnten und ihre Lieblingsteams frenetisch anfeuerten. Dieses Jahr nahm zum ersten Mal auch ein Team der Kroatischen Kriegsmarine am außergewöhnlichen Bootswettbewerb teil.

Alle Besatzungen fuhren auf gleichartigen Booten, die den einheimischen nachempfunden sind, die im Neretva-Tal seit Hunderten von Jahren als grundlegendes Frachtbeförderungsmittel dienten. Der Unterschied zwischen Traditions- und Marathonbooten besteht darin, daß letztere zur einfacheren Wartung plastifiziert sind. Traditionell besteht das Cetina Boot aus hochwertigem Holz, hat eine Blattform, kann 30-35 Personen sowie Lasten bis zu 3,5 Tonnen befördern, plus hält es 80-100 Jahre.

Der Wettbewerb erhielt internationalen Charakter als beschlossen wurde, daß neben den Neretva-Einheimischen und deren emigrierten Nachkommen auch Teilnehmer aus anderen Orten und Ländern am Marathon mitmachen können. Von den exil-kroatischen Mannschaften sind bislang die Nachfahren der Emigranten aus Australien, Italien, Serbien sowie mehrere Teams aus dem benachbarten Bosnien und Herzegowina angetreten.

Ein interessantes Kuriosum: Das Team „Argo“ aus Bjelovar – im Landesinneren – hat 2016 den Sieg überraschend davongetragen, was sensationell ist, wenn man bedenkt, daß in Bjelovar und Umgebung weder ein See noch ein Fluß existiert. Geübt wurde in einem kleinen Fischweiher. Daher verwundert es nicht, daß über diesen Erfolg eine Dokumentation gedreht wurde.

Quelle inkl. Videofilm (kroatisch): https://magazin.hrt.hr/534150/ove-godine-28-posada-na-maratonu-laa

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